Aus Fachschaftsrat der Medizinischen Fakultät der OvGU
Von Maria Klarfeld
Verlag: Thieme, Preis: 34,95 €
Seit über 25 Jahren begleitet der "Delank/Gehlen" vor allem Studenten durch die Neurologie und ist nun in der 12. Auflage erschienen.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei im ersten das weite Feld der neurologischen Untersuchungstechniken erläutert wird. Der zweite Abschnitt behandelt die wichtigsten neurologischen Syndrome, während es im letzten und deutlich größten Teil um die eigentlichen Erkrankungen geht. Diese Einteilung ist durchaus sinnvoll, da man sich schrittweise zum speziellen Krankheitsbild hinarbeitet und ggf. auch noch mal zurückblättern kann.
Angesichts der Fülle neurologischer Krankheitsbilder versuchen die Autoren, einen Mittelweg zwischen und Vollständigkeit und Übersichtlichkeit zu finden. So erhält man ein recht fundiertes Grundlagenwissen, das in manchen Fällen über die Inhalte eines Kurzlehrbuches aber kaum hinausreicht. Gerade ätiologische und pathophysiologische Sachverhalte sowie seltenere Krankheitsbilder werden eher am Rande erwähnt. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt klar bei Symptomatik, Diagnostik und Therapie, die ausführlich erklärt werden.
Der Sprachstil ist durchgehend flüssig und verständlich. Schlagwörter sind im Text fett hervorgehoben und erleichtern so das Lernen der wesentlichen Inhalte. Merksätze und besonders wichtige Sachverhalte sind blau unterlegt und vom Text abgesetzt. Schemata zur Verdeutlichung von Pathogenese, phamakologischen Ansatzpunkten etc. sowie tabellarisch zusammengefasste Informationen runden das theoretische Wissen ab. Durch zahlreiche Abbildungen (CT, MRT, Mikroskopie und Fotos) wird die Brücke zur klinischen Praxis geschlagen. Das Inhaltsverzeichnis ist übersichtlich und gut geeignet, um sich schnell im Buch zurechtzufinden.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mit 34,95 € für die gebotenen Inhalte und Gestaltung angemessen.
Fazit: Der Delank/Gehlen eignet sich besonders für Studenten, die ohne viel Vorwissen einen Einstieg in die Neurologie suchen. Inwiefern die Inhalte für Prüfungen ausreichen, hängt wohl auch von den Ansprüchen des jeweiligen Professors ab. Wer sich etwas intensiver einem konkreten Krankheitsbild oder dem Fach an sich beschäftigen will, wird um ein größeres Lehrbuch jedoch nicht herum kommen.