"Psychosomatische Medizin und Psychotherapie"- Fritzsche, Wirsching

Aus Fachschaftsrat der Medizinischen Fakultät der OvGU

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Von Christian Kluge

Verlag: Springer, Preis: 21,95 €

Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Von Kurt Fritzsche und Michael Wirsching (beide aus Freiburg) liegt seit Kurzem eines der meist praktischen Taschenbücher des Springer-Verlages mit dem Titel "Psychosomatische Medizin und Psychotherapie" vor. Um es gleich vorwegzunehmen: Das Buch ist in Gliederung und Inhalt gut gelungen, enthält einige nützliche und interessante Zusätze und ist - sehr wichtig bei Lehrbüchern dieses Faches - durchweg gut lesbar. Doch nun konkret: Ein mit "Grundlagen" überschriebener erster Teil umfasst Kapitel mit recht generellen Einführungen in Psychosomatische Medizin, bzw. in die Psychotherapie, sowie hilfreiche und interessante Abschnitte zur Gestaltung der Arzt-Patient - Beziehung und zur ärztlichen Gesprächsführung.

Gerade vor dem Hintergrund der Tatsache, dass diese an sich zentralen Aspekte ärztlichen Handelns (zumindest im Rahmen des offiziellen medizinischen Curriculums) chronisch zu kurz kommen, erscheinen die hier gebotenen Darstellungen in vielerlei Hinsicht hilfreich. So wird beispielsweise im Wechsel mit den theoretischen Ausführungen Stück für Stück ein exemplarisches Arzt-Patient - Gespräch entwickelt und dadurch der Lehrinhalt in gelungener Weise veranschaulicht. Praxistipps und Vorschläge zur Gliederung des Gespräches und der körperlichen Untersuchung runden das meiner Meinung nach wirklich positive Gesamtbild gerade dieser beiden Kapitel ab.

Der zweite Teil des Buches trägt den Titel "Krankheitsbilder" und wendet sich mit Kapiteln zu Krebserkrankungen, koronarer Herzerkrankung, zur Somatisierung allgemein und schließlich zu chronischen Schmerzstörungen zunächst dem Kreis derjenigen psychosomatischen Erkrankungen zu, bei denen ein vorwiegend somatisches Grundleiden auszumachen ist. Hier wird gewissenhaft vorgegangen, die Wichtigkeit der Prüfung auch somatischer Therapieoptionen betont und nicht zuletzt häufig explizit auf durch Studien belegte Effekte psychosomatischer Behandlung verwiesen. Gerade letzteres wirkt dem bei vielen Lehrbüchern dieser Art sonst so häufig schnell auftretenden Eindruck der Schwammigkeit entgegen.

Es schließen sich ähnlich vorteilhafte Darstellungen der primär nichtorganisch oder primär hirnorganisch bedingten Krankheitsbilder an: Angststörungen, Depressionen, psychische Traumata und posttraumatische Belastungsstörungen, sowie Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen werden knapp aber präzise aus psychosomatisch- psychotherapeutischem Blickwinkel beleuchtet. Der zweite Teil schließt mit einem Kapitel, in dem kurz und übersichtsartig nach Fachrichtungen geordnet die Krankheitsbilder aufgezählt werden, die typischerweise mit einem mehr oder minder ausgeprägten psychosomatischen Krankheitsaspekt auftreten. Dies ist ebenso wie die angeschlossenen Übungsfälle, die Übersichtsdarstellung der psychischen Störungen nach ICD-10 und der kurze Text zu Fort- und Weiterbildung in Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie durchaus von praktischem Wert. Fazit: Ein gelungenes Buch. Leicht genug für die Jackentasche, durch gute Lesbarkeit auch als Straßenbahnlektüre geeignet und - last, not least - auch nicht zu teuer.