Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie

Aus Fachschaftsrat der Medizinischen Fakultät der OvGU

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Einige von uns stehen kurz vor dem Physikum und da stellt sich natürlich die Frage, mit welchem Buch man am besten die Fülle von Stoff wiederholen soll, um gut vorbereitet in die mündlichen und schriftlichen Prüfungen zu gehen. Vor allem in Anatomie gibt es natürlich einen Haufen Stoff, den man beherrschen muss.

Dazu kann ich eigentlich nur das Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie empfehlen. Das Buch gibt in 15 Kapiteln, plus Anhang, alles Wichtige kurz und übersichtlich wieder. Jedes Kapitel beginnt mit einem einführenden klinischen Fall und zeigt damit gleich, wofür und weshalb man all diese anatomischen Strukturen eigentlich lernt. Am Anfang jedes Unterkapitels steht einem ein so genannter "Lerncoach" zur Seite, der Tipps gibt, was im folgenden Kapitel am wichtigsten ist und auf was man sein besonderes Augenmerk beim Lernen legen sollte.

Die Kapitel sind gut und übersichtlich gegliedert. Die Autoren beginnen immer mit einer allgemeinen Übersicht, verweisen dann auf die Entwicklung des Organs, gehen zur Funktion über und beginnen im Folgenden mit der Topographie. Anschließend wird auf den makroskopischen und mikroskopischen Aufbau eingegangen und es wird die Gefäß- und Nervenversorgung besprochen. Das ganze ist in Textform abgefasst worden, wobei wichtige Sachen fettgedruckt hervorgehoben werden. Zwischendurch gibt es kleine Merkkästen, in denen noch einmal die allerwichtigsten Sachen zusammengefasst sind.

Auch der klinische Bezug kommt nicht zu kurz. Neben dem einführenden klinischen Fall, am Anfang jedes Kapitels, wird in den einzelnen Kapiteln Bezug auf Krankheiten genommen, die das jeweilige Organ betreffen. Am Ende jedes Kapitels gibt es noch einmal ein so genanntes "Check up", darin sind Empfehlungen enthalten, was man noch einmal wiederholen bzw. anschauen sollte. Gibt also noch einmal Hinweise darauf, was besonders wichtig ist. Das Buch ist ganz in rot/schwarz gehalten, was vielleicht nicht jedem gefallen mag, aber okay ist.

Das Kapitel zur Embryologie kommt, im Gegensatz zur Anatomie, etwas zu kurz. Reicht aber, um sich die wichtigsten Sachverhalte noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Was mir allerdings fehlt, sind ein paar mehr Bilder in diesem Kapitel. Dies kommt aber sicherlich auch auf den Lerntyp an, für mich ist Embryologie immer nur schwer fassbar und ich brauche, um dieses Fach zu verstehen, viele Bilder. Aber dafür ist dieses Buch auch nur ein Kurzlehrbuch.

Die Bilder, die im Buch enthalten sind, sind jedoch in Ordnung, klar gezeichnet und gut beschriftet. Was ich auch sehr praktisch finde ist, dass es einen Muskeltrainer als Extraheft gibt. Man muss also nicht immer das ganze Buch mitschleppen. Darin sind alle Muskeln mit Ansatz, Ursprung, Innervation und Funktion in Tabellenform aufgelistet. Ideal zum stupiden Auswendiglernen. Zusammenfassend kann ich dieses Buch nur empfehlen, man erhält über ein sehr umfangreiches Fach eine kurze, gut verständliche Übersicht. Um sich tiefgründiger zu informieren, sollte man sich natürlich ein richtiges Lehrbuch zulegen, aber im Hinblick auf die Prüfung- Perfekt.


Ulrike Bommas- Ebert, Phillip Teuber, Rainer Voss: Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie

Thieme-Verlag, Stuttgart

2. aktualis. u. erw. Aufl. (August 2006)

554 Seiten; 29,95 EUR