Middeke: Fakten. Arterielle Hypertonie

Aus Fachschaftsrat der Medizinischen Fakultät der OvGU

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Von Jan Teuber

Mit einer Prävalenz von ca. 40 % zählt die Hypertonie zweifelsohne zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland, die mit einem teils stark erhöhten Risiko für das Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen einhergeht und besonders im höheren Alter gehäuft auftritt. Somit ist die Auseinandersetzung des angehenden Arztes mit dem Problem der Hypertonie alles andere als akademischer Natur sondern vielmehr zentraler Bestandteil des klinischen Alltags.

Martin Middeke gelingt es dabei in seiner Übersicht „Arterielle Hypertonie“ gut, die vielfältigen Ursachen und Ausprägungen des Krankheitsbildes voneinander zu trennen und übersichtlich darzustellen. Unter Berücksichtigung aktueller Studien hat er einen flüssig zu lesenden Überblick zusammengestellt, der durch zahlreiche Zusammenfassungen und eine Fülle an Hinweisen auf Probleme der Ursachendifferenzierung, der Diagnostik, inklusive eines ausführlichen Kapitels zur Blutdruckmessung, und Therapie von unmittelbarer praktischer Relevanz ist.


In knapper aber darum nicht minder verständlicher Form umreißt Middeke dabei die unterschiedlichen Hypertoniearten und geht dabei ausführlich auf deren jeweilige Pathophysiologie und die daraus resultierenden pathologischen und therapeutischen Konsequenzen ein. Abgerundet wird diese Darstellung durch zusammenfassende Schemata zu Ursachen und Pathogenese sowie zur diagnostischen Vorgehensweise. Ein eigenes Kapitel widmet sich der medikamentösen Therapie und den verschiedenen Therapieschemata mit ihren jeweiligen Indikationen. Dabei findet neben dem allgemeinen pharmakologischen Verhalten der unterschiedlichen Antihypertensiva auch die Wirkung antihypertensiver Medikation auf weitere Grunderkrankungen, z. B. Diabetes mellitus, bzw. die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten besondere Berücksichtigung. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten nichtmedikamentöser Therapieansätze ausgewogen dargestellt, wobei Middeke das präventive Potential der nichtmedikamentösen Maßnahmen betont und außerdem darauf hinweist, daß diese auch in Kombination mit medikamentösen Therapien nicht außer Acht gelassen werden dürfen, um die Medikamentendosis und damit u. a. das Risiko von Nebenwirkungen zu senken.

Middekes Buch zur arteriellen Hypertonie stellt somit ein gelungenes Kompendium im Kitteltaschenformat dar. Aufgrund seiner geringen Größe und der damit einhergehenden recht kleinen Schriftgröße ist dieses Buch für den ein oder anderen möglicherweise nicht für längeres Lesen geeignet, für das Nachschlagen im Klinikalltag eignet es sich dagegen hervorragend.


Martin Middeke: Fakten. Arterielle Hypertonie

Thieme Stuttgart, 1. Auflage 2006

9,95 EUR

ISBN 3-13-143611-5