Mukherjee, Debabrata: EKG Fälle Pocket

Aus Fachschaftsrat der Medizinischen Fakultät der OvGU

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Von Tobias Wollersheim


Allgemeines:

Das Buch „EKG Fälle pocket“ beschreibt 60 Beispiel-EKG-Fälle in ihrem klinischen Kontext mit Kurzanamnese. Durch eine geschickte Seitenaufteilung kann man sich schon nach der Anamnese Gedanken zu Symptomen, Verdachtsdiagnose und speziell gestellten Fragen machen, und natürlich auch dazu, was man im dann folgenden EKG erwartet. Denn erst auf der folgenden Doppelseite findet sich das 12-Kanal-EKG. Die Antworten zu den Fragen sowie die gesamte Fallaufklärung sind dann noch eine Seite weiter abgedruckt.


Layout:

Auch „EKG Fälle“ erscheint im altbekannten Pocket-Format und findet so auch in kleinen Lücken Platz. Die Schriftgröße ist klein, aber noch angenehm zu lesen. Die Druckqualität ist sehr gut. Jeder Fall erstreckt sich über vier oder fünf Seiten, bestehend aus Fallbeschreibung und Fragen auf der ersten Seite, einem EKG mit 12 Ableitungen auf den Seiten zwei und drei und einer Fallauflösung mit weiteren Informationen auf einer der zwei weiteren Seiten. Die Darstellung der Ableitungen ist klar und deutlich, jedoch leider auf 75% skaliert. Somit ist das Verwenden eines EKG-Lineals leider nicht möglich. Im Einband sind vorne Hinweise zu Normalwerten und Lagetypen abgedruckt, hinten findet sich ein behelfsmäßiges EKG-Lineal. Mit etwa 350 Einträgen ist das Stichwortverzeichnis sehr umfangreich.


Inhalt:

Das Buch zeigt eine sehr gute Auswahl an Fällen der EKG-Diagnostik. Die Spannweite reicht vom normofrequenten Sinusrhythmus bis zum Wolff-Parkinson-White-Syndrom und schließt somit eine große Zahl an EKG-Befunden ein. Zu allen Befunden sind auch die ABIM-Kodier-ungen (American Board of Internal Medicine) angegeben. Die Antworten sind für den schon Belesenen im Bereich EKG-Befundung ausreichend. Da dieses Buch in keinster Weise ein Lehrbuch ersetzen kann und möchte, sollte sich ein Ungeübter ein solches hinzunehmen.


Resümee:

Das Buch „EKG Fälle“ pocket ist eine schöne Ergänzung, um sicherer EKGs interpretieren zu können. Ich sehe den Nutzen gerade bei der Wiederholung oder der Vorbereitung auf Klausuren und mündliche Prüfungen. Darüber hinaus wird es all denen eine Hilfe sein, die in Ihrer Famulatur, im PJ oder auch als Assistenzarzt das eine oder andere EKG zu Gesicht bekommen und interpretieren sollen, ohne sich selbst einen kardiologischen Schwerpunkt gesetzt zu haben.

Ein Nachschlagewerk für die Kitteltasche oder ergänzendes Lehrbuch kann das „Fälle-Buch“ nicht sein, gibt aber die Möglichkeit, bereits Gelerntes möglichst praxisnah zu wiederholen und zu vertiefen. Gut ausgewählte Fälle rechtfertigen den Preis, jedoch bleibt in meinen Augen zu bedenken, dass, wie bei jedem Fall-Buch, die Spannung nach dem ersten Lesen verflogen sein wird.


Mukherjee, Debabrata: EKG Fälle pocket

1. Auflage, 2006

Börm Bruckmeier Verlag GmbH

ISBN 3-89862-266-5

€ 14,80