Aus Fachschaftsrat der Medizinischen Fakultät der OvGU
Von Claudia Görner
Wer kennt das übliche Problem nicht. Man befindet sich kurz vor dem Physikum, welches nun bereits seit zwei Jahren für Unwohlsein in der Magengegend sorgt, wenn man auch nur den geringsten Gedanken daran verschwendet. Die Wirbelsäule schmerzt, der Trapezius ist verspannt und das Herz schlägt mit einer Frequenz, die unsere Vorfahren bei der Flucht vor dem Löwen nicht erreicht haben. Um es kurz zu machen: es geht um Leben und Tod!!! Denn es gilt die Anatomie zu wiederholen. Bücher, die sich im Herbst zum Pressen von Blättern eignen, diverse Merksprüche und Tabellen dienen der Vervollständigung der kompletten Verwirrung! Ein Zustand, in dem sich der hilflose Student die Frage aller Fragen stellt. Gibt es da nicht etwas Einfacheres und Zusammenfassendes?
Ja gibt es! Die oben beschriebenen Lernkarten bieten dem bereits etwas vorgebildeten Studenten eine recht gute Wiederholungshilfe vor dem Examen oder einzelnen Testaten. Bestehend aus drei Bänden, findet man Informationen zu "Knochen, Bändern und Gelenken", "Muskeln" und "Inneren Organen". Die Lernkarten sind beidseitig bedruckt, wobei eine Seite der Veranschaulichung am gezeichneten und beschrifteten Bild dient und die andere der Wiederholung durch Fehlen der Begriffe zur Verfügung steht. Die Lernkarten bieten eine reichhaltige Auswahl an Atlasabbildungen im praktischen und leichten Format für Reise, Uni, Rucksack und Lerngruppe. Jeder Band verfügt über ein farbig gegliedertes Inhaltsverzeichnis, Nummerierungen und farbig differenzierte Kapitel. Die Karten sind frei herauszulösen und relativ stabil. Neben großen Abbildungen, wie z.B. dem Bein, die vor allem der Orientierung am Körper dienen sollen, sind auch Detailabbildungen ein wesentlicher Bestandteil. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Gelenkdarstellungen in verschiedenen Achsen, den Blick auf die Ventilebene oder Begrenzungen der Bursa Omentalis. Im Band Muskel findet ihr jeweils auf der Rückseite eine kurze Tabelle mit Ursprung, Ansatz, Innervation und Funktion. Außerdem sind auf zahlreichen Karten klinisch wichtige Zusammenhänge geschildert, die in der Prüfung gern gefragt werden und den Studenten immer wieder die Schweißperlen auf die Stirn setzen. Zu jedem Organ werden ein paar wichtige Stichworte genannt und auch mit Querschnitten, Röntgenbildern und Schemata wird nicht gegeizt.
Die Lernkarten sind sehr handlich und leicht und ersetzen das Gewichtstämmen mit dem Atlas. Außerdem eignen sie sich hervorragend, um sich die Verhältnisse am Körper zu verdeutlichen und die Anatomie optisch und funktionell zu verstehen. Das Kapitel Muskel ist dabei der Retter in der Not. Es führt einen kurz und sicher mit dem Blick auf das Wesentliche durch den Dschungel der menschlichen Muskeln. Auch der Bewegungsapparat kann mit den Karten schnell und gut verstanden werden. Das Kapitel der Inneren Organe ist meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen. Es dient sehr gut dem Verstehen der optischen und räumlichen Zusammenhänge. Weniger gut geeignet ist es zum Lernen der Fakten, da diese auf den Karten nicht oder nur unzureichend dargestellt sind. Außerdem beinhalten die Karten kaum Informationen über das arterielle und venöse System.
Als mangelhaft würde ich auch die Verpackung einstufen, da sie sehr unhandlich ist. Eine geeignete leichte Klappbox aus Plastik, ein Quickfinder und ein Lesezeichen würden die Handhabung der Karten zusätzlich verbessern und erleichtern. Da die Karten lediglich als Zusatzwerk zu Lehrbüchern dienen sollen, sind sie mit einem Preis von 19.95 Euro pro Band sehr teuer. Mit ein paar Verbesserungen von Seiten des Verlages sind die Karten als leichte Alternative zum dicken Atlas zu empfehlen. Sie verhindern zu starkes Auswendiglernen, erzwingen den Einsatz unserer Denkmaschine und erleichtern die Konzentration auf das Wesentliche.
1. Sobotta- Spielend durch die Anatomie
Knochen, Bänder und Gelenke, 5. Auflage, Elsevier
2. Sobotta- Spielend durch die Anatomie
Muskeln, 5. Auflage, Elsevier
3. Sobotta- Spielend durch die Anatomie
Innere Organe, 1. Auflage, Elsevier