Taschenatlas der Schnittbildanatomie

Aus Fachschaftsrat der Medizinischen Fakultät der OvGU

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Von Till Leber

Den Taschenatlas der Schnittbildanatomie kann man sich als klinisch bezogenen Anatomieatlas vorstellen. Es werden auf 300 Seiten im dritten Band dieser Reihe die Extremitäten, Gelenke und die Wirbelsäule behandelt. Das Buch eignet sich sowohl für Studenten und Ärzte als auch für technisches und pflegerisches Personal im Krankenhaus oder in der Praxis. Es werden keine tiefen Kenntnisse der Anatomie vorausgesetzt und nur die verschiedenen Strukturen beschriftet. Erklärende Texte, pathologische Befunde oder Anomalien sind nicht Bestandteil des Buches.

Das Buch behandelt nacheinander in drei Kapiteln die obere Extremität und untere Extremität sowie die Wirbelsäule. Die Themengebiete sind recht ausführlich wiedergegeben, beispielsweise wird das Schultergelenk in fünf Axialschnitten, sechs Coronarschnitten und fünf Sagittalschnitten dargestellt. So kann man sich wirklich gut ein anatomisches Bild aus den Aufnahmen ableiten. Die Informationen sind komplett in Bildern wiedergegeben und nach dam bewährten Taschenatlas-Prinzip von Thieme verpackt. Die linke Seite zeigt ein MRT oder CT Schnittbild mit kleiner Orientierungshilfe (dorsal, plantar, medial,...) und ein Bild der dargestellten Struktur mit eingezeichneter Schnittfläche. Auf der rechten Seite ist im gleichen Maßstab eine bunte, sehr genaue anatomische Zeichnung mit ausführlicher Beschriftung und Nennung aller anatomischen Details zu finden

Die Stärken des Buches sind die gestochen scharfen Bilder und die sehr umfangreichen Beschreibungen der anatomischen Strukturen. Allerdings empfinde ich es als einen Nachteil, wenn man links eine Struktur im MRT erkennt und dann auf der rechten Seite in der Zeichnung das Äquivalent suchen muss um die entsprechende Zahl mit der dazugehörigen Beschriftung zu verbinden. Einfacher und schneller zu finden wäre die direkte Beschriftung eines MRT oder CT Bildes. Ein weiterer Nachteil ist, dass zu den Aufnahmen jegliche Information fehlt. Sicher ist der Taschenatlas kein Lehrbuch, allerdings hat ein Student eventuell Probleme zu erkennen, ob es sich um eine MRT- oder CT-Darstellung handelt, hier fehlt der jeweilige Hinweis! Weiter sollten meiner Meinung nach kurz die Grundlagen der bildgebenen Methoden und die Unterschiede, z.B. zwischen T1-/T2-Wichtung, Knochenfenster,... erklärt werden.

Das Buch ist sinnvoll gegliedert, die Seiten sind nicht überfüllt und man findet sich gut zurecht.. Mit dem Buch könnte man gut die anatomischen Fragen zu den Röntgenbildern im Physikum lösen. Jedoch ist ein Band für 34,95 EUR nicht gerade günstig und als Zusatz zu den Anatomiebüchern für Studenten zu teuer, da, um den kompletten Körper dargestellt zu bekommen, alle drei Bände angeschafft werden müssten.

Alles in allem ist der Taschenatlas ein schönes Buch für den interessierten, angehenden Mediziner, der sich noch nicht so richtig auf MRT-/CT-Bildern zurecht findet. Allerdings kann man bei guten Anatomiekenntnissen und ein wenig Erfahrung auch auf die Anschaffung verzichten und sich lieber im ersten Semester einen ordentlichen Anatomieatlas kaufen. Denn dann ordnet man automatisch den schwarz-weißen Bildern aus der Röhre die richtigen Strukturen zu. "G´lernt isch g´lernt!"


Torsten B. Müller, Emil Reif: Taschenatlas der Schnittbildanatomie Computertomographie und Kernspintomographie

Band drei: Extremitäten, Gelenke, Wirbelsäule

Verlag: Thieme Verlag, 1. Auflage

Seiten: 300

Preis: 34,95 EUR

ISBN 3131392614

ISBN 978-3131392619